Am Wochenende erhielten wir folgende Zuschrift von einem Leser der OnlineZeitung:
*Sehr geehrte Damen und Herren Redakteure,*
>> *bitte in Ihrer Heimat-Presse ungekürzt veröffentlichen. Danke!*
>> *Mit herzlichen Grüßen*
>>
>> *Unfreundlicher, unerfreulicher Empfang auf Rügen*
>>
>>
>> Am 8. 11. 2007 fuhren wir – zwei ältere Ehepaare – aus Brandenburg an
>> der Havel und Berlin nach Rügen, weil wir den 9. November, den Fall
>> der Mauer, feierlich begehen wollten. Im November 1989 hatten wir, 2
>> Ossis und 2 Wessis, uns kennengelernt und uns in den Folgejahren immer
>> in einem anderen Ort, den Anlass würdevoll begehend, die Jahre Revue
>> passieren lassend und voller Optimismus in die Zukunft blickend,
>> getroffen.
>> Kurz nach der Maueröffnung hatten wir unsere neuen
>> Bekannten erstmalig nach Baabe, ins Ferienheim des Stahl- und
>> Walzwerkes Brandenburg (Moritzstr.) eingeladen, weil wir selbst von
>> 1969 bis 1988 regelmäßig in diesem Heim wirklich verwöhnt wurden
>> und wir gerade diese Insel mit all ihren Schönheiten unseren Gästen
>> präsentieren und sie auch verwöhnen wollten. Der Versuch dieses
>> gemeinsamen Besuchs im Ferienheim war für uns “Ossis” damals dann doch
>> sehr peinlich, durften unsere “Wessis” doch nicht mit uns gemeinsam
>> die Mahlzeiten einnehmen, sondern wurden ins “Jagdzimmer” verfrachtet.
>> Wir als Gastgeber durften Speisen und Getränke nicht mit unserem
>> DDR-Geld bezahlen, sondern dies mußten sie schon selbst mit “Westgeld”
>> erledigen und zur Nacht mußten sie das Haus verlassen, um in ihrem
>> Auto zu übernachten.
>> Das alles ist Gott sei Dank unschöne Vergangenheit, aber unser
>> erneuter und so erwartungsvoller Besuch der Insel wurde wieder von
>> unerfreulichen Umständen eingeleitet. Ganz kurz vor unserer von
>> Vorfreude geprägten Ankunft in Baabe wurden wir in Lancken Granitz
>> vollkommen überraschend geblitzt, obwohl wir, noch dazu in unserem
>> Alter mit ohnehin viel Zeit überhaupt keinen Grund hatten, die
>> zulässige Geschwindigkeit zu überschreiten, zumal auch ein Einlass ins
>> Hotel erst nach mehr als 3 Stunden möglich war. Ein schneller Blick
>> auf den Tacho: knapp 60 km/ h, ein ebenso schneller Rückblick zum
>> Ortseingangsschild, der Abstand zwischen Blitzer und Eingangsschild
>> nur (unzulässig) wenige Meter und der Pkw nach eingeschränktem
>> Erkennen des vorn stark verschmutzten Ortsschildes noch nicht wie
>> beabsichtigt ausreichend abgebremst, der Blitzer ahndete dies
>> unbarmherzig. Schlimmer noch die Behörde, sie schlug unverhältnismäßig
>> zu: 25,-EURO Verwarnungsgeld. Für uns Rente beziehenden Menschen,
>> gerade auch vor Weihnachten, viel, zu viel Geld.
>>
>> Dass Beamte, sie kennen ja das Geburtsdatum des Fahrzeugführers, ihren
>> möglichen Ermessensspielraum so desinteressiert nicht nutzten, zeugt
>> für uns, die wir als ehemalige Ossi und Wessi diesen (eigentlich)
>> Bagatellfall anschließend diskutierten, von wenig Einfühlungsvermögen.
>> Unser Fazit: Wenn man als Beamter auf Rosen gebettet ist, kann man
>> schnell das Interesse oder das Gefühl für andere Menschen verlieren.
>> Und dass wir den Straßenverkehr gefährdet hätten und dafür gehörige
>> Buße leisten müßten, wäre eine maßlose Übertreibung und entbehrt jeder
>> Grundlage.
>> (Nebenbei: Seit 1960 fährt der Fahrzeugführer absolut unfallfrei!!!)
>>
>> Rügen werden wir nicht wieder besuchen. Schade, denn der Aufenthalt
>> war für uns Naturfreunde immer ein schönes Erlebnis.
Unsere Antwort und Fazit:
> Betreff: Re: Unfreundlicher Empfang auf Rügen
>
> Vielen Dank für Ihre Email,
>
> Ihre Entscheidung Rügen nicht mehr zu besuchen, können wir nicht
> nachvollziehen.
> In ganz Deutschland gelten die gleichen Regeln im Straßenverkehr. Wer die Geschwindigkeit
> unzulässigerweise überschreitet, kann auch mal geblitzt werden.
>
> Der Blitzer in Lancken Granitz ist allgemein bekannt und schon deutlich
> von weitem zu sehen. Über die wenigen Blitzer auf Rügen können Sie sich
> auf den entsprechenden Internetseiten vor dem Urlaub informieren.